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Abermals Gegentore zu Unzeiten

Die jeweils entscheidenden Gegentreffer kassiert Hockey Huttwil zum wiederholten Male zu Unzeiten. So auch bei der 2:6-Niederlage gegen Wiki-Münsingen. Das 1:2 beispielsweise kurz nach dem 1:1 durch Sven Nägeli oder das 1:3 gleich zu Beginn des Mitteldrittels. Die Verunsicherung bei den Oberaargauern ist im Moment gross. Huttwil findet sich nach der heutigen Niederlage auf Rang elf wieder.

P Meyer vs Wiki
P Meyer vs Wiki

Die Entscheidung zwischen Hockey Huttwil und dem EHC Wiki-Münsingen fiel noch vor Spielmitte, als die Aaretaler durch Martin Baltisberger das 1:4 erzielen konnten. Baltisberger der bereits zu Beginn dieses mittleren Abschnittes nach nur achtzehn Sekunden für das 1:3 verantwortlich war, lenkte mit seinen Toren die Partie für Huttwil in die falsche Richtung. Unverständlich, dass die Huttwiler zum wiederholten Male in dieser Saison Gegentreffer im dümmsten Moment hinnehmen müssen. Dazu zählt sicher das 1:3, dazu zählt aber auch der zweite Gegentreffer kurz nach Sven Nägelis 1:1 im ersten Drittel. Zwischen dem 1:1 und dem 1:2 lagen nur siebzig Sekunden. Zusammen mit dem bereits erwähnten 1:3 sind das halt schon fatale Konstellationen, die dich so nicht auf die Siegesstrasse bringen. Die Verunsicherung bei Hockey Huttwil, sei es im Abschluss, in der Passgenauigkeit oder in der Defensive, ist der Beutler-Truppe deutlich anzumerken. Die Leichtigkeit des Seins wie in den ersten beiden Saisons in der MySports League zu sehen, fehlt den Oberaargauern. So kassierte man immer wieder Gegentreffer nachdem man eigentlich resultatmässig wieder ein bisschen näher am Gegner ist. So zum Beispiel nach Sven Nägelis zweiten Treffer zum 2:4, nur anderthalb Minuten später – in Unterzahl zwar – das 2:5. Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass das genau so abläuft. Schliesslich verliert Hockey Huttwil die Partie gegen Wiki mit 2:6 und purzelt noch tiefer in den Tabellenkeller. Rang elf entspricht zwar den Tatsachen, widerspiegelt aber keineswegs das Potenzial der Mannschaft.

Die Entstehung des ersten Gegentreffers war mindestens fragwürdig
Dramatik pur ab den ersten Sekunden, Michael Lüdi wurde erst vor dem Wiki-Tor niedergestreckt und blieb liegen, der Schiedsrichter aber liess unverständlicherweise das Spiel weiterlaufen, die Aaretaler fuhren einen Konter und Zack lag die Scheibe zum 0:1 im Kasten. Das Tor war freilich korrekt, nur hätte das Spiel vorher unterbrochen werden müssen, denn keiner der drei Schiedsrichter konnte genau einschätzen was genau passiert ist. Mindestens grenzwertig war die ganze Aktion. Nach etwas mehr als fünf Minuten – und diesmal völlig korrekt – hätte es durchaus 0:2 stehen können. Wiki vergab da eine grosse Chance fast fahrlässig. Und Huttwil? Die hatten zwar bis anhin optisch mehr Spielanteile, ohne dass es aber vor Wikis Goalie Sandro Zaugg richtig gefährlich wurde. Das mit der Optik änderte sich auch, das Spiel wurde zunehmend ausgeglichener. Apropos ausgeglichen: Dies war auch das Resultat nach rund zehn Minuten. Sven Nägeli profitierte von einem Schnitzer in Wikis Abwehr, luchste dort die Scheibe ab und markierte eiskalt zum 1:1. Nur hielt dieser Spielstand nicht lange an. Nur siebzig Sekunden später lagen die Münsinger wieder mit einer Nasenlänge voraus. Der Zeitpunkt war erneut denkbar schlecht und die Entstehung mindestens kurios. Solche Treffer sollte man nicht kassieren. Rund vier Minuten vor der ersten Sirene dann eine richtige Druckphase der Huttwiler mit mindestens einem Big-Save seitens von Sandro Zaugg.

Entscheidung noch vor Spielmitte
Paukenschlag dann gleich zu Beginn des Mitteldrittels. Ganze achtzehn Sekunden waren gespielt, als Wiki mit zwei Nasenlängen auf 1:3 davonzog. Erstens dürfte Wikis Martin Baltisberger eigentlich so nicht losziehen dürfen und zweitens war dies halt abermals ein Gegentreffer im dümmsten Moment. Noch vor der Spielmitte war das Spiel praktisch gegessen, denn Wiki-Münsingen trifft erneut durch Martin Baltisberger zum 1:4. Eine grosse Gegenwehr war auch da nicht wirklich auszumachen. Lukas Gasser machte darauf Tim Zurbuchen Platz. Wer jetzt einen Ruck durch Hockey Huttwils Spiel erwartete, sah sich getäuscht. Selbst mit einem Mann mehr auf dem Eis, gelang kaum etwas. Etwas zahlbares in Form eines Tores schon gar nicht. Wiki hatte das Spiel mehrheitlich im Griff und musste nicht mehr tun.
Es wurde auch nichts mit einem «Anschlusstreffer» für Hockey Huttwil nach drei Minuten im letzten Drittel. Zwar lief das Powerplay einigermassen, aber die Schuss-Qualität und bisweilen das Passspiel war schlecht. Eine Verunsicherung war der Beutler-Truppe deutlich anzumerken. Nicht so rund acht Minuten vor dem Ende, da kamen die Pässe zügig an, scharf und auf einem Abpraller wurde auch reagiert. Und siehe da, trifft Sven Nägeli zum 2:4. Richtiggehend zielstrebig. Warum nicht immer so? Aber wie so oft in dieser Saison, kaum ist Huttwil nur ein Hauch wieder dran, rappelt es im eigenen Kasten postwendend. So auch nach dem 2:4 zum 2:5. Da vergingen – zwar spielte Huttwil in Unterzahl und ist wenigstens etwas entschuldigt – nur knapp anderthalb Minuten. Das 2:6 durch Wikis Reber in der letzten Minute zählt einzig auf der Resultattafel.

Telegramm: Huttwil – Wiki 2:6 (1:2, 0:2, 1:2)
Eishalle Campus, Huttwil. – 302 Zuschauer – Schiedsrichter: Blum; Grau / Allenspach
Torfolge: 1.Bichsel 0:1. 11.Nägeli (Steiner) 1:1. 12.Reber (Allemann) 1:2. 21.Baltisberger (Dällenbach) 1:3. 27.Baltisberger (Joillet, C.Kormann) 1:4. 52. Nägeli (Schütz) 2:4. 53. Studer (Baumgartner/Ausschluss Lüdi) 2:5. 60. Reber 2:6.
Strafen: Huttwil 6×2 Minuten; Wiki 5×2 Minuten
Huttwil: Gasser (ab 26:41 Zurbuchen); Seematter, Kunz; Schütz, Felder; Mosimann, Matter; M.Minder, Farner; Haldimann, Lüdi, P.Meyer; A.Steiner, Nägeli, M.Meyer; Gurtner, Hain, M.Trüssel; Born, Ruch, Messerli.
Wiki: Zaugg; Bichsel, Dällenbach; Marolf, Gerber; N.Kormann, Liechti; L.Steiner; C.Kormann, Joillet, Baltisberger; Reber, Mühlemann, Allemann, Studer, Baumgartner, Marbot; Joch, Lüthi.
Bemerkungen:
Huttwil ohne Lanz, Lerch (beide verletzt), C.Trüssel, Hofmann, N.Minder (alle überzählig)
Wiki keine Angaben


Interview Andreas Beutler, Trainer Hockey Huttwil

Interview Sandro Zaugg, Goalie EHC Wiki

Interview Stefan Gerber, Trainer EHC Wiki

Interview Sven Nägeli, Doppeltorschütze für Huttwil

Zur Verfügung gestellt von: Hockey Huttwil
Author: Pascal Müller (Medienverantwortlicher Hockey Huttwil)
Rechte: Hockey Huttwil & MySports
Veröffentlicht: 30 Oktober 2019 von Hockey Huttwil
Originalbeitrag: Hockey Huttwil News

Wieder im alten Fahrwasser

Hockey Huttwil verliert in Wichtrach gegen Wiki schliesslich mit 4:6. Als Ursache dürften wieder unnötige Gegentreffer im dümmsten Moment und die Qualität der Abschlüsse sein. Holte Huttwil ein 0:3 bis Ende des Mitteldrittels zum 2:3 auf, fiel die Vorentscheidung zu Gunsten Wikis gleich zu Beginn des Schlussabschnitts.

Michael Lüdi
Michael Lüdi

Es ist nicht unbedingt die Niederlage an sich, die zu denken gibt. Sondern einmal mehr das Zustandekommen. Denn glaubte man Hockey Huttwil hat mit dem Sieg am Samstag gegen Chur einen Turnaround vollzogen, sah man von dem am Dienstag gegen den EHC Wiki-Münsingen nicht mehr viel. Erneut waren es kapitale und eigentlich unverzeihliche Fehler, die als Ursache zur Niederlage stehen. Wer halt innerhalb von dreieinhalb Minuten drei Gegentreffer hinnehmen muss, ist danach selten auf der Siegerstrasse. So passiert Hockey Huttwil gegen Ende des ersten Drittels. Obwohl sich dadurch Huttwil in die Bredouille ritt, steckte die Beutler-Truppe kaum auf, «kämpfte» sich bis zum Ende des Mitteldrittels zum 2:3 heran, um gleich zu Beginn des letzten Abschnitts einen erneut unnötigen Gegentreffer durch Wikis Cyrill Kormann zu kassieren. Es sind diese Gegentreffer im dümmsten Moment, die zum denken anregen. Zum alten Fahrwasser gehört aber auch die Qualität der Abschlüsse. Abschlüsse sind ja vorhanden, nur waren die heute Abend eben selten gut genug. Eine Partie, die nach der kleinen Aufholjagd Huttwils im Mitteldrittel durchaus hätte dramatisch werden können, wurde spätestens mit dem 4:2 jeglicher Pfupf genommen. Nicht dass das Spiel langweilig wurde. Nein. Aber an eine Wende zu Gunsten Huttwils glaubte wohl der kühnste Optimist nicht mehr. So zogen die Aaretaler auf 6:2 davon ehe die Oberaargauer durch Treffer von Gregory Felder und Timo Braus noch Resultatkosmetik betreiben durften. Für den Langnauer Timo Braus war es übrigens der erste Treffer im Dress Hockey Huttwils. Für den Moment ein schwacher Trost, aber es ist immerhin einer.

Zwei Gegentreffer in keiner halben Minute

Der erste Abschluss in diesem Berner Derby gehörte Hockey Huttwil, es war eine Bogenlampe aus der neutralen Zone Richtung Wikis Keeper Sandro Zaugg. Die zweite Scheibe musste ebenfalls Sandro Zaugg behändigen. Diesmal schloss Huttwils Kapitän Sven Nägeli ab. Gefährlich war bis anhin noch nichts. Auf der anderen Seite versuchte es Wikis Cyrill Kormann. Gefährlich war es auch a nicht. Erst nach knapp fünf Minuten konnte man von gefährlich sprechen. Roman Messerlis Schuss küsste den Pfosten. Es war der Beginn einer kleinen Druckphase der Oberaargauer. Jedenfalls war Huttwil mehr in der offensiven Zone anzutreffen als die Aaretaler. Nur brennen im Sinn von Torchancen wollte das Ganze noch nicht. Eine schöne Kombination dann nach etwas mehr als zehn Minuten, ausgehend von Sandro Hain über Adrian Steiner. Michael Gurtner in der Mitte verpasste aber das Zuspiel knapp. Eine Chance zur Führung ergab sich für Huttwil kurz darauf im Powerplay. Nur verbannte der Schiedsrichter nach fünfundvierzig Sekunden Sven Nägeli ebenfalls in die Kühlbox. Kurze Aufregung dann fünf Minuten vor der ersten Pause. Erst liess sich Huttwil mit einem Konter übertölpeln, wehrte die erste Welle noch ab, um in der zweiten Welle den ersten Gegentreffer hinnehmen zu müssen. Keine Minute später zeigte die Resultattafel bereits 2:0. Unglaublich wie Hockey Huttwil wieder innert kürzester Zeit zwei Gegentreffer kassiert. Zwischen Bichsels 1:0 und Liechtis 2:0 vergingen nur sechsundzwanzig Sekunden. Nur vor der Pause schepperte es zum dritten Mal, nicht für Huttwil nein, Wikis Marbot ballerte seine Farben mit 3:0 in Front.

Nahe dran, dann wieder weit weg

Mit einem 0:3-Rückstand ins Mitteldrittel starten, ist bestimmt nicht einfach. Dabei waren die Huttwiler nicht zwingend drei Tore schlechter. Es war eher so wieder die alte Leier, mit drei kurzen Unaufmerksamkeiten, die Wiki gnadenlos ausgenützt hat und einer halt eher wieder laschen Chancenauswertung. Dabei hatten die Oberaargauer eigentlich mehr Spielanteile, nur nützt das eben nichts. Tormässig angehängt hat es dann endlich nach genau vier Minuten. Matthias Seematter drückt ab der blauen Linie ab, vor dem Tor steht Michael Lüdi und lenkt zum 1:3 ab. Chancen einen weiteren Treffer nachzulegen bestand durchaus. Sogar mit einem Mann weniger hatte Hockey Huttwil Chancen. Genutzt wurde die dann wieder bei fünf gegen fünf Feldspieler viereinhalb Minuten vor der zweiten Pause durch Michael Minder zum 2:3 aus Huttwiler Sicht. Ist das der Startschuss zur Wende? Jedenfalls bestand die Möglichkeit zur Korrektur dieser eingehandelten 0:3 Hypothek aus dem ersten Drittel wieder wettzumachen, noch im zweiten Drittel in Überzahl. Genutzt wurde sie leider nicht.
Nun der nächste Treffer dürfte entscheidenden Charakter haben. Und er fiel nach nicht einmal zwei Minuten im Schlussdrittel für den EHC Wiki-Münsingen durch Cyrill Kormann zum 4:2 und halt einmal mehr im dümmsten Moment. Spätestens mit dem 5:2 durch Wikis Stefan Baumgartner zwölf Minuten vor Schluss, war die Partie gelaufen. Dass beide Teams noch weitere Treffer erzielten – für Huttwil durch Verteidiger Gregory Felder zum 3:6 und Timo Braus zum 4:6 – ändert nur etwas an der Resultattafel.

Telegramm: Wiki – Huttwil 6:4 (3:0, 0:2, 3:2)
Eishalle Sagibach, Wichtrach. – 292 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Spieler / Amport
Torfolge: 16.(15:20) Bichsel (Kormann) 1:0. 16.(15:46) Liechti (Studer) 2:0. 19. Marbot (Studer, Baumgartner) 3:0. 24. Lüdi (Seematter) 3:1. 36. M.Minder (Felder) 3:2. 42. Kormann (Baltisberger) 4:2. 48. Baumgartner 5:2. 54. Allemann (Reber, Mühlemann) 6:2. 57. Felder (Braus) 6:3. 60. Braus (Hain) 6:4.
Strafen: Wiki 6mal 2 Minuten, plus 1mal 10 Minuten (Kormann); Huttwil 6mal 2 Minuten
Wiki: Zaugg; Marolf, Gerber; Bichsel, Dällenbach; N.Kormann, Liechti; Pianta, Marti; Reber, Mühlemann, Allemann; C.Kormann, Joillet, Baltisberger; Studer, Baumgartner, Marbot; Joch, Waber, Lüthi.
Huttwil: Gasser; Seematter, Felder; Mosimann, Matter; Schütz, Kunz; N.Minder; Nägeli, Lüdi, M.Meyer; Steiner, Hain, Gurtner; Braus, Ruch, M.Trüssel; Born, M.Minder; Messerli.
Bemerkungen:
Wiki keine Angaben
Huttwil ohne P.Meyer, Lanz (beide verletzt), Lerch (Militär), Farner, Zurbuchen (beide Burgdorf), Hofmann (abwesend)


Interview Adrian Steiner

Interview Thomas Liechti

Interview Stefan Gerber, Trainer Wiki

Interview Andreas Beutler, Trainer Hockey Huttwil

Zur Verfügung gestellt von: Hockey Huttwil
Author: Pascal Müller (Medienverantwortlicher Hockey Huttwil)
Rechte: Hockey Huttwil & MySports
Veröffentlicht: 22 Oktober 2019 von Hockey Huttwil
Originalbeitrag: Hockey Huttwil News